Staumauer

Plötzlich kann es einem sonderbar vorkommen, dass man schon wieder auf dem Fahrrad sitzt und zur Schule fährt. Oh, gestern war ja das letzte mal.

Gewohnheiten, also die immer wiederkehrenden Handlungen, rufen eine Langeweile hervor. Manche sind sensibel auf dieses Gefühl. Andere leben 10 oder 20 oder sogar noch mehr Jahre im selben Stil. Sie spüren vielleicht dieses Gefühl nicht: Der Fluss der Veränderung. Abgestandenes Wasser ist scheisse. Warum haben wir daheim überhaupt Mineralwasserflaschen? Wenn ich eine Flasche mal nur bis zu den letzten 2 dl austrinke und dann eine Weile stehen lasse, kann ich den Inhalt gleich weggiessen. Ein Fluss der fliesst, und eine Staumauer ist nunmal nicht schön anzusehen.

Ironisch: Medikamente waren ja sowas von cool. Zuerst hat man sie für den Körper benutzt. Man nannte das auch Doping, falls die Medikamente nicht zur Krankheitseindemmung eingesetzt wurden. Ist es so, dass Medikamente Krankheiten nicht heilen konnten? Warum wurden sie dann eingesetzt? Jedenfalls erschloss man nach einer Weile das Gebiet des Geistes (das Gehirn und so). Studenten fingen an Ritalin reinzuwerfen und konnten sich dann besser konzentrieren. Depressive Menschen (traurig sein wurde inzwischen als Krankheit eingestuft) bekamen schnell ein Antidepressiva reingestopft und prompt waren sie wieder bereit, von der Gesellschaft ausgelaugt zu werden. Der Radsport wie auch etliche andere Sportarten entwickelten sich zu Wettbewerben im Pharmabereich. Nun kam es nicht mehr drauf an, welcher Radler öfters trainiert hatte, sondern welcher Radler den besseren Stoff hatte. Am Anfang standen die Totesfälle (besonders wegen Überdosis) gross in den Zeitungen. Danach konnte man auf der letzten Seite links unten ganz klein eine Statistik bestaunen, die jeden Monat aktualisiert wurde. Da stand zum Beispiel:

Monat: Dezember

Todesfälle durch Überdosis: xxx

Tja, im Dezember haben wir halt Winter und der Mensch produziert teils wegen Lichtmangel weniger Glückshormone. Die Menschen nahmen also die Glückshormonpille.

Ich bin wer ich bin. Ein Mensch ist eigentlich schon ein bisschen scheisse (ironisch). Er könnte viel schöner sein. Zum Beispiel könnte ein Mensch Hasenfell tragen. Und dann würden wir uns an den Fellen frönen. Das schönste am Leben ist das Schlafen. Ich mein’s ernst. (Kennen Sie Spongebob?)

~ von moglars am 28 April, 2009.

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