Schon wieder Kulturskritik, wie ich es so nenne….

Wie vielleicht schon wohlbekannt, sind wir Menschen Gewohnheitswesen. Wir gehen jeden Tag schlafen (normalerweise) und essen Frühstück, zu Mittag, zu Abend. Jede Sucht ist auf Gewohnheit aufgebaut. Die Folgerung: Wir sind süchtig nach dem Leben. Unsere Kultur ist interessant aufgebaut: Man wird geboren. Die Eltern bringen einem die grundlegendsten Verhaltensweisen bei. Mit denen können wir in die Schule gehen. Danach entscheiden wir uns für einen Beruf. Wenn wir dann endlich die Berufslandschaft hinter uns gelassen haben und uns entschieden, schauen wir uns nach einem Lebenspartner um, um danach prompt in ein eigenes Heim zu ziehen und neue Menschlein aufzuziehen. Das ist ja schon ein Zyklus. Was passiert zwischen den Zeiten, in denen wir keine Schule haben, keinen Beruf? Da „vertreiben“ wir die Zeit mit gewissen Hobbys und Vorlieben. In unserer Kultur kann ich gerade einige nennen: Gamen, Fussball (natürlich das Schauen in den Fernseher), Sport (Velofahren, Tennis, PingPong, Kampfsport…), Musik, Lesen usw. Dieses System gleicht einem sonderbaren Leerlauf. Was bringt das? Besser als nichts? Militär gibt’s bei uns auch nur, weil das so Kultur ist. Brauchen tun’s wir schon lange nicht mehr. Und was kann es uns kratzen, wenn uns Idioten angreiffen würden? Ich würde ihnen „Grüeziwohl“ sagen und sie bitten, mein Haus stehen zu lassen. Ein Soldat, der in den Krieg zieht, macht Krieg. Er soll dann hinterher gar nicht sagen: „Es war so schlimm Mama!!“ Das war jetzt ziemlich provozierend, stimmt’s? Unsere Kultur zwingt uns einfach eine Ausbildung als Soldat zu machen, obwohl wir sowieso keinen Krieg wollen. Wie vielleicht schon erwähnt: Das Leben besteht aus Widersprüchen. Wir Menschen haben (hätten) also eine Entwicklingsstufe erreicht, die uns ermöglicht, die Sinnlosigkeit der Welt zu erkennen. Es ist an der Zeit, die wahren Bedürnisse zu erkennen und diese zu befriedigen, anstatt andere, „dumme“, künstlich zu erzeugen. Ich bin nicht besser als jeder andere faule Sack hier…ich gebe mich dieser Gesellschaftskonstellation hin. Leider habe ich schon ein bisschen die Hoffnung verloren. Die Jahrhunderte alten Gewohnheiten sitzen einfach zu fest in uns. Jeder Mensch sollte eigentlich selbst darauf kommen oder wir leben einfach so weiter. Wieso würden wir es z.B als Erfolg ansehen, den Mond kolonisieren zu können? Das Expansionszeitalter ist vorbei. Und wenn der Erfolg auf der Existenztheorie begründet ist (irgendwann können wir die Erde ja nicht mehr bewohnen und dann ist eine kolonisierung nötig), dann kann man sich auch hier fragen: „Warum wollen wir so unbedingt die Existenz unserer Art sichern?“ So absolut ist das auch nicht: Es gibt viele, die den Freitod einschlagen. Haben diese Leute den Drang zum Fortbestehen vergessen? Nein, sage ich, es ist nur eine Frage der Meinung in unseren Köpfen.

Ich interessiere mich erheblich für die Emotionen. Sie sind schon seit Geburt vorhanden und werden mit der Zeit immer mehr zu kontrollieren gelernt. Sie haben den  Zweck, das eigene Wohlergehen dem anderen mitzuteilen. Aber wie soll man darauf noch gehen, wenn die Emotionen jederzeit von freier Hand hergespielt sein können? Und die TVs die Verhaltensweisen festlegen?  Nach meiner Meinung führt dies zur Verkümmerung der Seele (Gefühlswelt). Der Gesichtsausdruck ist der Situation angepasst, die Gefühle spielen nur noch im Inneren ihr Unwesen. Auch für mich ist der PC eine Zuflucht, die mir ermöglicht, in fremde Welten einzutauchen (auch frei erfundene wie diese hier). Ich freue mich auf die Ferien noch nie so überzeugend wie zuvor. Denn: Sie ermöglichen mir ein Zeitfenster der Freiheit. Ich werde zum ersten Mal in der Geschichte einfach so in der Hängematte einschlafen können oder ein Tag lang Radio hören. Die Phantasie fängt schon wieder an zu arbeiten, wie früher…..als ich noch keine Bosheit kannte.

Natürlich bin ich froh….langsam die Welt im Gesamten erkennen zu können.

~ von moglars am 8 Juni, 2008.

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