Der Held
Man sieht ihn aus dem fernen Nebel kommen. Er erscheint zuerst als dunkle Gestalt. Von überall her hört man Jubelrufe. Unser Held kehrt ein! Mutig und stolz geht er durch die Menge. Er hat den Feind besiegt. Das Land ist frei – alle sind frei. Er ist das Ideal. „Kinder! Werdet wie ihn!“, sagen die Mütter. „Söhne, strebt zu seiner Vollkommenheit!“, rufen die Väter aus. Die Alten aber halten sich zurück: „Gerade erst ward unser Land befreit und nun soll sich das Streben nach dem Ideal unserer Freiheit berauben?“ Die Jungen hören aber nicht. Viele Jahre lebten nun die Menschen dahin. Wenige nur konnten das Ideal erreichen, aber erst, als der Held schon lange gestorben war und das Ideal schon fast vergessen. Was geschah mit denen, die das herrliche Ideal nicht erreichen konnten? Streit und Frust gab es. Man versuchte so nah wie möglich dem Ideal zu kommen. Man vergleichte sich darin. Mit der Zeit gingen die Meinungen ausseinander, wie es der Feind der Erinnerungen will: Die Zeit. Man wusste nicht mehr, ob das Ideal die Tugend der Freundlichkeit beinhaltete oder die des Anstands. Die Gruppen teilten sich. Ein Krieg brach aus, bevor man dessen gewahr wurde. Ein neuer Held musste kommen und es kam einer…

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