Geschrieben in einer Projektwoche
Die Echse
Die Wüste ist heiss, sehr heiss. Auf mein unbedecktes Haupt scheint die Sonne. Sie brennt. Der Sand türmt sich vor mir auf, wie eine erstarrte Welle, nur dass sie eben nicht aus Wasser besteht, leider. Mich gelüstet es nach Wasser, ich brauche Wasser. Ich knie am Boden, stütze mich auf den Händen, deren Haut sich vom Schürfen des Sandes schon schält. Ich kann nicht mehr. Meine Lippen schmecken nach Salz, denn mein Schweiss überfliesst auch sie, bevor er verdunstet. Ich sehe nach oben und entdecke das behütende Blau des Himmels. Ich sehe nach unten und entdecke den Sand, den heissen trockenen Sand, ohne Leben. Mir fehlt die grüne Wiese, die ich so lieb hatte, dass ich sie jedesmal hätte umarmen können. Ich sinke nun vollends zu Boden, einen Haufen Sand in den Mund kriegend. Verstört spucke ich ihn mit meinen letzten Resten Speichel hinaus. Eine Träne fliesst über meine trockene Wange. Der Sand wärmt durch die unmittelbare Berührung mein schwaches Herz . Es war kalt und und wird nun wärmer, da es weiss, bald mit der Welt eins zu werden. Ich werde bewusstlos. In der Dunkeheit schimmert meine Echse. Sie ist weit weg. Ich werde zu ihr kommen. Sie wartet bereits auf mich, mein Lieblingstier. Sie kann in der Wüste überleben, genau wie ein Teil von mir, und zusammen kriechen wir heim.
Das Feld
Ich komme immer wieder an diesen Ort. Man fühlt sich frei. Die Weite beeindruckt. Sie endet am Horizont. Die Hügel sind flach. sie können aber trotzdem viel vor meinem Auge verdecken. Das Gras ist grün. Es verdichtet sich in der Weite zu einer Fläche. Die Tannen und Buchen schaffen Abwechslung in der grünen Farbpalette. Strassen gibt es nur wenige. Die Feldwege werden von knatternden Traktoren befahren. In der Natur eingebettet stehen manche Bauernhöfe. Die Sonne, die einen solchen Anblick erst möglich macht, erzeugt in mir ein Glücksgefühl. Die Wärme und das Licht schützen und unterstützen mich: Geborgenheit. Das Grün der Blätter an den Ästen ist so erhellt wie mein Gemüt. Es packt mich die Lust, etwas zu tun, zu bauen, doch es fehlt noch etwas. In dieser Weite bin ich allein. Daheim warten nur meine Eltern auf mich. Sie haben viel auf dem Hof zu tun. Ich muss ihnen helfen. Zuerst hat man auf dem Feld ein Gefühl der Freiheit, dann eines der Einsamkeit. Erst die Menschen motivieren mich zum spielen, erst die anderen geben allem einen Sinn. Ja, sie geben. Alleine auf dem Feld zu stehen, zu wissen, dass es niemand anderes auf der Welt gäbe, würde mich wahnsinnig machen. Der sog nach Nähe würde mich überall hin ziehen, sogar in den Tod. Auch heute in einer Welt, die bevölkert ist von Unmengen an Leuten, fühlen sich Menschen allein, ohne Sinn geleitet.
Schwarzes Licht
Schwarz wie Schatten. Schatten ist Dunkel. Dunkel gleich Finsternis. Finsternis hat kein Licht. Licht ist hell. Hell macht farbig. Farbe ist geteiltes Licht. Helligkeit wird weiss. Weisheit erlangt man. Ist aber nach dem Leben wertlos. Wertloses ist Nichts. Nichts ist nicht Finsternis und kein Licht.

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