Ein neuer Artikel verheisst nie Gutes. Ein normaler, gesunder Mensch hätte es nicht nötig, so etwas zu machen wie ich. Die Pseudoveröffentlichung meiner Gedanken erlaubt mir jedoch eine erleichternde Frustentladung.
So.
Ein Kind denkt nicht daran sich umzubringen. „Was ist das?“, denkt es, wenn jemand von Suizid spricht. Ein etwas älteres Kind weiss was Suizid ist, würde jedoch nie auf den Gedanken kommen, sich umzubringen. „Warum auch?“, würde es fragen. Ein Jugendlicher möchte sich umbringen. „Verdammter Schulstress, verdammte Eltern, verdammte Drogen, verdammte Liebe, verdamm….[usw.]„, würde er denken. Die Blockade dazu ist jedoch noch zu stark. Normale Menschen vertreten: „Lebe um dein Leben“. Was so viel heissen soll wie: „Leben ist schöner als der Tod [oder so...]„. Ich meine, es braucht (ziemlich) viel, um jemanden zum Selbstmord zu bewegen. Also lebt der Jugendliche weiter.
1. Er möchte am liebsten ein ganz normales Leben haben.
2. Er möchte nicht mal an den Zweck des Lebens denken müssen.
3. Er möchte weiterleben.
4. Er möchte sterben.
Das geht ja wohl nicht auf.
Ein Erwachsener isst einen Apfel. Ein Erwachsener geht arbeiten. Ein Erwachsener legt sich ins Bett. Ein Erwachsener lebt – offensichtlich, wie ich sehe. Nur wird ihm auf Zeit vielleicht die Freude am Leben fehlen und wenn er stirbt („möglichst früh und auf natürlichem Wege“, denkt er sich), dann wird er sagen: „Ja, war schön gewesen.“, weil er seinen Hinterlassenen nicht noch mehr sorgen bereiten wollte.
Ich würde ja gerne zur Abwechslung schöneres Schreiben, aber „verdammtnochmal“, das Leben ist nun mal nicht schön! Und wenn das Leben ausnahmsweise schön sein sollte, dann fragt man sich: „Warum gerade jetzt und nicht schon vorher?“ und am nächsten Tag verreckt ein Mensch und man denkt sich: „Wir haben ja sowieso zuviele Menschen auf der Erde“. Und plötzlich ist das Leben so oder so gleich wie vorher. Ein langweiliges, mühsames Prozedere ohne Sinn und Zweck (ausgenommen die Vermürrischung der Menschheit). Vielleicht wünschte sich der eine oder andere Leser, dass ich das Leben ein bisschen mehr wertschätzen würde. Vielleicht später.
Es gibt sogar Menschen die sich Intuitiv gegen lebensfeindliche Gedanken wehren. Sie grenzen „Spielverderber“ aus. Lebenshasser werden ausgegrenzt, um die Integrität des eigenen Gedankensystems, das den Lebenswillen sicher stellt, nicht zu gefährden. War das zu kompliziert? Der Lebenswille ist nicht einfach da. Man muss sich etwas hervorfantasieren und vorgaukeln, damit man nicht Amok läuft. Das klingt alles nach Spinnerei. Und das ist es auch. „Was Menschen sich alles denken können“, denkt der Jugendliche und streicht seinen Punkt 4. „Ist einfacher“, denkt er.
